Nach einer halben Ewigkeit hab ich endlich mal wieder Zeit und Muse die letzten Monate (aehm, achnee, war ja nur eine woche...) Revue passieren zu lassen.
Von Townsville aus sind wir am 20. 10. nach Cardwell gestartet, von wo aus die Faehre nach Hinchinbrook-Island (zweitgroesster Inselnationalpark von Aus-pro Woche duerfen nur 40 Leute auf die Insel) ging.
21.10.
Morgens um 8 ging dann die Faehre (mit insgesamt 6 Passagieren- 4 davon Deutsche!!! ) los zur Insel und wir haben auch gleich jmd aus Ffm getroffen, Holger 27, mit dem wir uns dann auch die Campsite geteilt haben. (echt schlimm, hier sind nur Deutsche! meine Zimmerkollegen hier sind zB ein Paerchen aus Reichelsheim - ich fass es nicht!)- aber alle total nett.
Nach 2h fahrt sind wir in einem wahnsinns Mangrovenwald (so stelle ich es mir am Amazonas vor) angekommen. von wo aus ein Boardwalk zur Ramsay Bay (Startpunkt des Thornsborne Trail) fuehrte.
Unsere Wanderung ging dann ein Stueck die Bay entlang (die Straende hier sind einfach der Hammer, ewig lang und breit und total einsam) und schliesslich in den Bush (in Australien heisst alles was nicht Kueste ist Bush - fuer europaeische Verhaeltnisse wuerden wir es hier Dschungel nennen).
Einfach total cool, das kann man garnicht in Worte fassen (...Fotos!) Schmale Pfade winden sich durch dichte, riesengrosse Baeume, die mit Lianen umschlungen sind. ein gigantisches gruenes Blaetterdach und ueberall singen die kuriosesten Voegel und am Boden raschelt es staendig weil sich ein kleiner oder auch grosser (bis zu 2m) lizzard (eidechse) aus dem Staub macht.
keine Spur mehr von meinen Zweifeln und Panik bezueglich irgendwelcher gefaehrlicher Tiere und Insekten. Klar gibt es die, aber wir haben bis jetzt noch keine gesehen. es ist also nicht so dass das Viechzeug nur darauf wartet dich anzuspringen. im Gegenteil, meistens sehen einen die Tiere bevor man sie sieht und fluechten dann ganz schnell.
Natuerlich muss man immer ein bissel schauen wo man hintritt aber ansonsten ist das alles halb so wild.
Nach etwa einer Stunde kommen wir wieder am Strand raus (Nina Bay). Hier liegt alles voll mit Kokosnuessen (leider alle leer, die Ratten auf der Insel ) und wir haben auch versucht eine von einer Palme zu werfen...garnicht so einfach, zumal die Nuesse ziemlich hoch haengen und recht fest angewachsen sind. Ich war leider nicht erfolgreich obwohl so eine leere Kokosnuss fast so gut in der Hand liegt wie ein Handball : ) Holger hat dann nach ca. einer halben Stunde eine ungeoeffnete Nuss am Boden gefunden, die wir dann mit zu unserer Campsite genommen haben und Abends beim Sonnenuntergang genossen haben.
Ist echt ein total schoenes Gefuehl wenn man so durchs Dickicht wandert und dann aufeinmal das Meer rauschen hoert, dann weiss man man hat wieder ein Stueck geschafft...ist so ein bissel das Robinson Crusoe Feeling : )
Anschliessend ging es dann weiter Richtung Bolder Bay, wo es mir am meisten Spass gemacht hat. Man kam sich vor wie ein Zwerg an einem Kieselsteinstrand. Alles lag voll mit gleichmaessig runden grossen und riesigen Felsen, ueber die wir klettern mussten.
Anschliessend ging es noch ca eine Stunde durch ein Stueck Bush, in dem es mal vor kurzem (oder langem??) gebrannt hat. hier war nicht das Gruen die dominierenede Farbe sondern eher alles in erdigen Toenen (schwarz die Baumstaemme und braun die vertrockneten Blaetter) und auch von Tieren war kaum etwas zu hoeren, ziemliche Stille, aber die meisten Baeume waren nicht tot, im Gegenteil, die Pflanzen brauchen dass hier um wieder besser wachsen zu koennen)
Wo wir gerade bei den Pflanzen sind:
Beeindruckend sind auch die Paperbark Trees, deren Rinde sich abschaelt wie lauter Papierblaetter, sieht total toll aus und ich glaube man koennte sogar darauf schreiben.
danach - endlich, die Little Ramsay Bay, unser Nachtlager...
bevor wir aber zu der Stelle kamen, an der wir unser Zelt aufbauen konnten, mussten wir noch an einer Lagunenmuendung vorbei (laut Plan: crossing awkward at high tide... half alles nix), an der wir durch ziemlich (bzw. nicht erkennbar) hohes Wasser mussten, indem wir von Fels zu Fels springen mussten. Sind alle ziemlich nass geworden und Flo ist mitsamt seiner Kamera ins Wasser gefallen (war dann hinueber)
Ok, haben dann unser Zelt aufgebaut, Wasser geholt, Essen gekocht (Nasi Goreng aus der Tuete), Sonnenuntergang und ab in die Falle. Naja, nur leider mit dem Schlafen das war so eine Sache:
1. Die Brandung ist unheimlich laut wenn man nur ca. 15m davon entfernt liegt
2. Die Tiere um einen rum machen einen unverschaemten Laerm (Grillen. Voegel, Fledermaeuse, Lizzards, was weiss ich noch was- Millionen!!)
3. Man liegt nur durch eine ca. 1mm dicke Stoffschicht getrennt von dem ganzen Gewimmel
4. sauunbequem und hart
5. unser Zelt stand direkt unter einem (dem einzigen derartigen) Baum, von dem im 30sec-Takt dicke Blueten und Knospen gefallen, aufs Dach von unserem Zelt geknallt und an diesem herunter gerutscht sind...Am naechsten Morgen lagen links und rechts daneben zwei wunderschoene grosse Haufen weisser Blueten : )
22.10.
Fruehstueck, zusammengepackt, Wasser geholt und uns auf den Rueckweg gemacht
(eigentlich wollten wir ja den kompletten Trail bis zum suedlichen Ende machen, aber das hat zeitlich nicht mehr hingehauen. Sind also die gleiche Strecke wieder zurueck gelaufen (war aber nicht weniger interessant, im Gegenteil, man hatte viel mehr zeit um Details zu sehen) und haben uns noch eine Nacht in einem superschoenen Resort (dem einzigen Hotel auf der Insel) in einem Treetop-Bungalow gegoennt (zusammen mit einem deutschen - wie auch sonst- Ehepaar waren wir die einzigen Gaeste !).
Das war einer der schoensten Orte an denen ich bis jetzt in meinem Leben war und das schoenste Hotel!
23.10.
Man wacht morgens auf, schaut aus der Fensterfront- alles gruen! und dahinter blitzt das Meer durch...hab mich gefuehlt wie eine Prinzessin.
Wir hatten dann noch bis 4uhr nachmittags Zeit bis uns die Faehre wieder abgeholt hat und haben bis dahin jede Sekunde genossen, an unserem Privatstrand (Orchid Bay), am Pool mit Cocktails, leckeres Essen, und die Aussicht aus unserem App....einfach ein Traum!
So stelle ich mir meine Flitterwochen vor...
Die Faehre hat uns dann wieder zurueck nach Cardwell gebracht (in die Realitaet : ) ), wo unser geliebter Chubby schon auf uns wartete.
Weiter nach Cairns (das Gras ist hier NEONgruen!!), von wo aus am naechsten Tag der Flug nach Alice Springs ging.
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